Ein Übergang zu einer alternativen Energieversorgung (ich sage hier bewusst nicht erneuerbare, weil man Energie nicht erzeugen oder erneuern, sondern nur umwandeln kann) ist wünschenswert um von einer verbrauchenden Ressourcennutzung zu einer nachhaltigeren Ressourcennutzung zu kommen. Die Argumente, welche derzeit für die Notwendigkeit einer Energiewende herangezogen werden mit all ihren apokalyptischen Szenarien erachte ich aber nicht für realistisch.

Wissenschaftliche und technische Wahrheiten sind bei den Diskussionen zur Energiewende in Deutschland nicht gefragt. Mythen haben ihren Platz eingenommen und werden insbesondere von den Medien verbreitet. Die Energiedebatte hat sich von einer wissenschaftlichen Debatte in eine Moraldebatte über gut und böse verwandelt.

Energiewende; was bedeutet das?
Jahrzehntelang war die Energieversorgung in der Bundesrepublik eine Grundlage für eine beispiellosen Wirtschaftsentwicklung
.

  

Das Ziel der Energiewende, zu dem sich die rot/grüne Bundesregierung schon im Jahr 2000 entschlossen hat, ist der Umstieg von fossiler und nuklearer Energieversorgung auf Versorgung mit sog. erneuerbaren Energien.

Es ist sicher sinnvoll, sich ein wenig Gedanken zu machen über dieses Ziel. Hier wird nämlich ein massiver Paradigmenwechsel sichtbar. Die bisherige Energieversorgung sollte günstig, umweltfreundlich und sicher sein. Die neue Energieversorgung soll CO2-frei und Uran-frei sein. Bezahlbarkeit und Versorgungssicherheit spielen nur eine nachgeordnete Rolle.
Noch etwas anderes wird bei der angestrebten Energiewende deutlich. In der ganzen Menschheitsgeschichte wurde immer ein Übergang von einer angebotsorientierten Versorgung zu einer bedarfsorientierten Versorgung angestrebt. Dies hat zu unserem Wohlstand beigetragen. Nun aber sollen wir bei der Energiewende von einer bedarfsorientierten Versorgung wieder zu einer Angebotsorientierten Versorgung übergehen. Für mich ist diese ein kultureller Rückschritt.
Auch ist es interessant einmal die Argumentation der Befürworter der Energiewende genauer zu betrachten. Die meisten Argumente sind nicht Argumente für die sog. erneuerbaren Energien sondern sind (oft unwahre) Argumente gegen die derzeitige Stromerzeugung mit Kohle und Kernenergie.

Was war eigentlich die Begründung für diese inzwischen fast religiös anmutende Mission der Energiewende?

Angst vor der Klimakatastrophe hervorgerufen durch Treibhausgase     

  • Die mittlere Temperatur steigt seit nunmehr 17 Jahren nicht mehr an, trotz massiven Anstiegs des CO2 Gehalts in der Atmosphäre

 

Quelle: Prof. Salby

  • Es bestehen große Zweifel, ob die durch den Menschen verursachten CO2 Emissionen überhaupt das Klima verändern. Ein Nachweis der Klimawirksamkeit von CO2 gibt es nicht.
  • Anteil der CO2 Emissionen Deutschlands an den Weltemissionen liegt bei weniger 2,3%. Der weltweite jährliche Zuwachs an CO2 Emissionen übersteigt die gesamten CO2 Emissionen Deutschlands bei weitem.

             

 

Angst, keine fossilen und nuklearen Ressourcen mehr zu haben

  • Club of Rome 1972 hat in seinen „Grenzen des Wachstums“ Zeitangaben zur Verfügbarkeit von Ressourcen gemacht, die allesamt deutlich überschritten wurden.
  •  fossile Brennstoffe reichen noch für lange Zeit durch neue Prospektierungsmethoden (Fracking) USA ist zur erdölexportierenden Nation geworden
  • bekannte Uran235 Vorkommen reichen noch für ca. 80 Jahre 
  • Nutzung der abgebrannten Brennelemente würde für 250 Jahre reichen
  • fortschrittliche Reaktoren (schnelle Spaltreaktoren) nutzen auch Uran 238 und andere Transurane. Die Nutzung würde noch ca. 60 000 Jahre reichen.

Quelle: Vortrag Prof. Löschke HTWK

 

Angst vor Strahlung nach den Reaktorunfällen von Tschernobyl und Fukushima

  • Strahlenexposition im Voralpengebiet nach Tschernobyl beträgt ca. 2 mSv in 50 Jahren (ungefähr so viel wie ein 3 wöchiger Kuraufenthalt in Bad Gastein);
  • Strahlenexposition durch Fukushima ist vollständig vernachlässigbar (siehe Grafik Schauinsland)

        

Messwerte: Station Schauinsland                                                            Quelle: Dr.M. Rüegg 
                                                                                                                 Evakuierungszonen in der Schweiz bei gleichen Grenzwerten 
                                                                                                                 wie in Fukushima

Die Begründung für eine geänderte Energiepolitik steht also auf ziemlich tönernen Füßen.

Aber wie sagte schon Niccolo Machiavelli in seinem Il Principe:
"Eine Hypothese ist immer der Wahrheit vorzuziehen, weil wir eine Hypothese zuschneidern, um unsere Meinung von der Wahrheit anzupassen, wohingegen die Wahrheit nur sein eigenes, ungeschicktes Selbst ist. Ergo enthülle daher nie die Wahrheit, wenn es eine Hypothese auch tun wird."

 

Die Vorgaben im Energiekonzept der Bundesregierung nach 2010 und den Ergänzungen nach 2011 sind:

Das Energiekonzept sieht vor, die Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40 % und bis 2050 entsprechend der Zielformulierung der Industriestaaten um mindestens 80 % zu reduzieren.

 

  • Die erneuerbaren Energien sollen zu einer tragenden Säule der Energieversorgung ausgebaut werden. Es wird angestrebt, ihren Anteil am Bruttoendenergieverbrauch von rund 10 % im Jar 2010 auf 60 % im Jahr 2050 zu steigern. Der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromversorgung soll 2050 sogar 80 % betragen.
  • Gleichzeitig wird angestrebt, den Energieverbrauch langfristig zu senken. Bis 2050 soll der Primärenergieverbrauch um 50 % gegenüber 2008 zurückgehen. Das erfordert pro Jahr eine Steigerung der Energieproduktivität um durchschnittlich 2,1 % bezogen auf den Endenergieverbrauch.
  • Der Stromverbrauch soll bis 2050 um 25 % gegenüber 2008 gemindert werden; bis 2020 soll er bereits um 10 % sinken. Der Endenergieverbrauch im Verkehrssektor soll bis 2050 um rund 40 % gegenüber 2005 zurückgehen.
  • Weiterhin soll die Sanierungsrate für Gebäude von derzeit jährlich etwa ein auf 2 % des gesamten Gebäudebestands verdoppelt werden.

Interessant ist, dass der Atomausstieg nicht, bzw. nur verdeckt in diesen Vorgaben erwähnt wird. Auch ist die Dominanz der Energiewende im Bereich Strom zu erwähnen, obwohl der Strom nur etwa 23 % des gesamten Energieverbrauchs darstellt.

Sind diese Vorgaben zu erreichen? Ich will dies einmal anhand einer These bewerten, die wohl jeder unterschreiben kann.  

Sicher gibt es noch weitere Kriterien die wünschenswert und wichtig sind wie z.B. die Umweltverträglichkeit und die Nachhaltigkeit, aber sie können erst zum Tragen kommen wenn die notwendigen Kriterien erfüllt sind

Im Folgenden will ich versuchen, diese Kriterien für eine gesicherte Stromversorgung an den Vorgaben der Energiewende zu messen.
Schauen wir uns einmal an, wie sich der Stromverbrauch in Deutschland in den letzten 20 Jahren entwickelt hat.

 

 

1990 – 1993 Abfall wegen der Deindustrialisierung in Ostdeutschland.
1994 – 2008 praktisch dauernder Anstieg des Stromverbrauchs
2009 drastischer Einbruch wegen Finanzkrise. Bruttoinlandsprodukt sinkt um 5%
2010 – heute leicht abnehmender Stromverbrauch

Warum es seit drei Jahren zu einem leicht fallenden Stromverbrauch kommt  ist nicht so einfach zu erklären. Es scheint jedoch, dass zunehmend private Haushalte und Industrieunternehmen selbst erzeugten Strom verbrauchen. Ich verbrauche selbst etwa 1/3 meines mit einer PV-Anlage erzeugten Stromes. Dieser wird natürlich dann nicht in der Statistik als verbrauchter Strom berücksichtigt. Da ich viele kleinere Betriebe in meiner Umgebung kenne, die Ihren Strom selbst verbrauchen und an Samstagen und Sonntagen - also zu fast 30% - hochsubventioniert von den Verbrauchern ins Netz einspeisen. Da kommt sicher einiges zusammen.

Ein Mythos der erneuerbaren Energien ist auch, dass erneuerbare Energien zur Reduktion von Klimagasen führen. Dies ist zwar vordergründig sicher richtig, aber man muss schon genauer hinsehen.  
Durch die technischen Fortschritte und durch die erhöhte Verwendung von erneuerbaren Energien ist der CO2 Emmisionsfaktor des Strommix auch schon vor der Energiewende deutlich gefallen. Der Strommix ist diejenige Masse des CO2, die bei der Erzeugung einer kWh Strom emittiert wird.

  

Interessant ist jedoch die deutliche Erhöhung des CO2 -Emmissionsfaktors im Jahr 2011, 2012 und auch 2013 (auf 584 g/kWh) gegenüber dem Vorjahr bei etwas abnehmenden Nettostromverbrauch und deutlicher Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien. Im Jahr 2014 kommt es dann zu einem leichten Rückgang auf 569 g/kWh. 

 

Der erhöhte Ausstoß ist eindeutig durch das Moratorium verursacht. Durch das Moratorium wurden 7+1 Kernkraftwerke vom Netz genommen, welche wertvollen Grundlaststrom CO2 frei erzeugten. Dieser Grundlaststrom, der für eine gesicherte Versorgung unabdingbar ist, musst durch einen anderen Grundlaststrom ersetzt werden. Der billigste zur Verfügung stehende Grundlaststrom war aber Strom aus Braunkohle.

Die Forderung nach Einsparung von Strom ist sicher sinnvoll aber im Vordergrund muss natürlich die Reduzierung des CO2 Ausstoßes stehen.  Im Jahr 2013 ist der CO2 Ausstoß im Schnitt in Europa um 2,5% gefallen, nur in Deutschland ist er um 2 % gestiegen.

These: Ausreichende Menge
 

 

Wann immer ein neuer Windpark entsteht oder ein neues Solarkraftwerk gebaut wurde, so wird sofort der Vergleich angestellt, dass dieses Kraftwerk so und so viele Atomkraftwerke oder Kohlekraftwerke ersetzen kann. Ein unsinniger Mythos.
Der Vergleich installierter Leistung ist fataler Trugschluss und zeigt nur, dass hier der Unterschied zwischen geleisteter Arbeit und Leistung nicht verstanden wurde. Ein Vergleich der geleisteten Arbeit ist mit dem sogenannten Nutzungsgrad möglich.
Der Nutzungsgrad gibt an, wie viele Stunden das Kraftwerk im Jahr unter Volllast laufen müsste um die tatsächlich erzeugte elektrische Energie zu produzieren.(ein Jahr hat 8760 h)
 
 
Nutzungsgrad in Jahresvollaststunden im Jahr 2013
 
 
Quelle: BdEW
 
 
 
Beispiel: Ein Kernkraftwerk hat im Jahr 2013 10 Millionen MWh elektrische Energie erzeugt. Es hat eine elektrische installierte Leistung von 1300 MW. Um die elektrische Energie von 10 Millionen MWh zu erzeugen müsste das KKW im Jahr 7700 Stunden unter Volllast laufen. Es hat also einen Nutzungsgrad von 7700 Vollaststunden.
Ein Windkraftwerk auf dem Festland hat aber nur einen Nutzungsgrad von maximal 2000 Vollaststunden. D.h. um die gleiche elektrische Energie zu erzeugen, benötige ich - wenn ich den Nutzungsgrad berücksichtige - fast die etwa vierfache Menge an installierter Leistung von Windkraftwerken als von Kernkraftwerken.
Wenn ich nur die installierte Leistung vergleiche, dann könnte man z.B. Grafenrheinfeld mit 1300 MW durch 650 Windräder mit 2 MW Leistung ersetzen. Tatsächlich benötigt man aber über 3000 dieser Windräder und müsste noch die gleiche Leistung an Gaskraftwerken dazu bauen um die windlosen und windarmen Zeiten auszugleichen.
Das Ziel, 80% des Stromes im Jahre 2050 aus erneuerbaren Energien herzustellen ist aus meiner Sicht illusorisch.
Um aber diese 480 TWh (80% von 600 TWh, die derzeit verbraucht werden) zu erzeugen, würde man folgende installierte Leistung sog. erneuerbarer Energien benötigen:
Windkraftanlagen haben einen hohen Flächenbedarf und zwar nicht nur im Verhältnis zu dem von ihnen produzierten Strom. Üblicherweise sind Windkraftanlagen in Windparks zusammen gefasst. Ein Windpark mit 10 Anlagen von je 2,5 MW Leistung hat einen Flächenbedarf von ca. 4 qkm. Dieser Windpark liefert optimistisch gerechnet jährlich ca. 10*2,5 MW*2000 h = 50 000 MWh Strom.  Will man nur 20% des in Deutschland jährlich verbrauchten Stroms (20% von 600 000 000 MWh= 120 000000 MWh) mit Onshore Winkraftanlagen erzeugen, - wie es bis 2050 vorgesehen ist - so sind dazu 2400 solcher Windparks erforderlich, die einen Flächenbedarf von ca. 10 000 qkm haben.  Deutschland hat eine Fläche von 357 000 qkm, wobei  die bebaute Fläche rund 8% also ca. 30 000 qkm beträgt. Damit bleiben 330 000 qkm, auf denen Windparks errichtet werden können.(inkusive der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche, Naturschutzgebieten und dem Alpenraum). D.h. wenn man diese Fläche durch die Anzahl der Windparks (2400) teilt ergibt sich, dass etwa alle 10 km ein Windpark stehen müsste! Das ist schlichtweg absurd!

Doch selbst wenn man gegen jegliche Vernunft derart viele EE-Anlagen bauen würde, so könnte man derartige Leistungsmengen kaum mehr transportieren. Die neuen Transportnetze müssten natürlich für den Extremfall ausgelegt werden und damit maximal 300 GW bei Windstrom und 530 GW bei Solarstrom transportieren.
In Frankreich wurde kürzlich eine moderne HGÜ-Leitung von Baixas nach Figueres (65 km) in Betrieb genommen mit einer maximalen Leistung von 2 GW. Zum Transport des maximalen Windstromes bräuchte man dann über hundert solcher HGÜ Leitungen.

Bei einem Vergleich im Straßenbau würde dies eine 6-spurige Autobahn (Windstrom) bedeuten, die den Verkehr einer einspurigen Landstraße aufnimmt . Bei Solarstrom wäre es sogar eine 12-spurige Autobahn.

 
Um 480 TWh in 2050 (80% von 600 TWh) in der Summe zu erzeugen, würde man unter Berücksichtigung des Nutzungsgrades folgende zusätzliche installierte Leistung erneuerbarer Energien benötigen: 
 

36TWh Onshore Wind -> 10 000 neue WKA mit 2 MW.
Um die noch laufenden Kernkraftwerke in Bayern (Grafenrheinfeld ,
Gundremmingen B und C, Isar 2) durch Windkraftwerke zu ersetzen müsste man 43 TWh elektrische Arbeit erbringen also etwa 10 000 neue Onshore WKA mit 2 MW Leistung bauen . Hier erscheint der Plan der bayerischen Staatsregierung, 1500 Windräder in Bayern zu bauen geradezu irgendwie putzig.

176 TWh Offshore Wind -> 9 000 neue WKA mit 5 MW also insgesamt 45 000 MW.
Zur Erinnerung: Der Offshore Windpark Bard1 in der Nordsee hat 80 Windräder. Man müsste also 110 dieser (2 Milliarden teuren) Windparks bauen. In Deutschland sind derzeit  146
Offshoreanlagen in Betrieb mit einer installierten Leistung von 628 MW; 570 Anlagen im Bau mit einer installierten Leistung von 2.300 MW
Insbesondere der Ausbau der Offshore Windenergie, der ja den Löwenanteil der Energieversorgung 2050 übernehmen soll erscheint unrealistisch, nicht nur wegen der ungelösten Probleme bei der meist Gleichstromanbindung der einzelnen Windparks. Ob der Preis für Offshorestrom jemals unter 20 ct/kWh sein wird ist doch mehr als zweifelhaft.

33 TWh Solar PhotoVoltaik -> 7,5 Millionen neue PV Anlagen mit 5 KWp
wie sie auf vielen Einfamlienhausdächern zu finden sind. d.h. auf jedem 2. Gebäude in Deutschland müsste eine solche PV-Anlage installiert werden oder aber man baut diese insgesamt 225 Millionen qm Solarpanels irgendwo in die Landschaft

17 TWh Strom aus Biomasse
bedeutet etwa 40% mehr ethisch höchst fragwürdigen Energiepflanzenanbau.

28 TWh Strom aus Geothermie.
Das
Geothermiekraftwerk Landau lieferte 2013 0,023 TWh also ca. 1/1300 dieses Bedarfs.

13 TWh Strom aus Laufwasserkraftwerken
Das Laufwasserkraftwerk Isar 2 am Flaucher in München liefert etwa 3,6 G
Wh also 0,0036 TWh Strom/a

Unklar ist, wie der Strom aus sonstigen EE erzeugt werden soll. Evtl. Müllverbrennung und Ähnliches

Daneben müsste aber um die Zeiten in denen die sog. Erneuerbaren Energien nicht zur Verfügung stehen konventionelle Kraftwerke in Bereitschaft gehalten werden oder aber der Strom aus Speichern genommen werden.

Wenn man aber entgegen aller wirtschaftlichen Vernunft diese Anlagen errichten würde, was wäre der Gewinn an gesicherter Leistung?

Im Jahr 2011 hat das BdEW eine Leistungsbilanzvorschau gemäß des European Network of Transmission System Operators for Electricity (ENTSO-E) veröffentlicht, welche die verfügbare Leistung , die gesicherte Leistung und die Last für einen Januartag darstellt.

 

Die deutsche Energie Agentur hat die gesicherte Leistung für das Jahr 2022 einmal prognostiziert und dabei festgestellt, dass von den 219 GW installierter Leistung nur 88,1 GW als gesichert angesehen werden können zur Befriedigung einer Last von 83 GW. 

D.h. trotz der gigantischen Investitionen von +74 GW installierte Leistung in erneuerbare Energien sinkt also die gesicherte Leistung von 93,1 auf 88,1 GW. 74 GW Leistung entspricht etwa der Leistung von 50 Kernkraftwerken.  

Noch dramatischer ist es im Jahr 2050 wenn über 400 GW installierte Leistung zur Verfügung stehen müssten um eine gesicherte Leistung von 80 GW zu gewährleisten. Wirtschaftlich kann man das Ganze nicht mehr verstehen.
Eine gesicherte Bereitstellung der notwendigen Menge an elektrischer Energie ist unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht zu erreichen!
 
These: „zu jeder Zeit“ 
 
Der Strombedarf während eines Tages ist nicht gleichmäßig über den Tag verteilt. Vielmehr sind die Spitzenwerte am Morgen gegen 8:00 Uhr und am Abend gegen 18:00 Uhr etwa doppelt so hoch wie während der Nacht. Da Strom nicht so einfach speicherbar ist – zumindest in diesen Größenordnungen – muss zu jeden Zeitpunkt die richtige Kraftwerksleistung bereitgestellt werden. Dies erfolgt in drei Lastbereichen. 
 
 
Unter der Voraussetzung, dass auch weiterhin die Erzeugung sich an dem Verbrauch orientiert und nicht umgekehrt, muss eine solche Aufteilung in etwa erhalten bleiben. Wenn man nun, wie bei der Energiewende vorgeschlagen, die Kernkraftwerke aus der Grundlast herausnimmt, kann man sie entweder durch andere Grundlastkraftwerke (z.B. Braunkohle) ersetzen, oder aber durch noch zu entwickelnde Stromspeicher ersetzen.
 
In dem folgenden Bild ist die Ganglinie des Strombedarfs und der  Einspeisung von Sonne und Wind und die installierte Leistung im Oktober 2014 dargestellt. Daraus werden auch die Probleme deutlich, die sich durch die fluktuierende Einspeisung des Wind und Solarstroms ergeben.
Am 1.-2. und am Ende des Monats müssen praktisch 100% der elektrischen Leistung durch konventionelle Kraftwerke erbracht werden.
Um den 19-21.Oktober und um den 26.-28. Oktober hat sich eine extrem kritische Situation ergeben, da die konventionell erzeugte Leistung auf bis zu 25 GW durch die bevorzugte Einspeisung von Wind- und Sonnenstrom abgesunken war und somit die konventionellen Kraftwerke hätten abgeschaltet werden müssen. Dies ist jedoch nicht möglich, da viele der Kraftwerke in der Kraft-Wärme-Kopplung arbeiten und auch die Systemleistung von ca. 8 GW nur durch die konventionellen Kraftwerke bereit gestellt wird.
 
 
Zur Vollversorgung durch sog. erneuerbare Energien gibt es ein sehr interessantes Gedankenexperiment von Dipl. Phys, Linnenfelser, welches beweist, dass selbst bei extremen Ausbau der sog. erneuerbaren Energien eine gesicherte Stromversorgung nicht möglich ist.
 
In diesem Experiment wurde der Stromverbrauch von Baden Württemberg den gesamten in der Bundesrepublik erzeugten Wind- und Solarstrom gegenüber gestellt. Der Strombedarf von Baden-Württemberg liegt im Mittel so ungefähr bei 10 GW. Die installierte Leistung von  Wind- und Solaranlagen in Deutschland liegt bei 62 GW also dem über 6-fachen des mittleren Bedarfs. Trotzdem sind die in dem Bild rot angelegten Flächen die Zeiten, in denen selbst diese riesige installierte Leistung den Bedarf nicht befriedigen kann. Die gelben Flächen stellen die Zeiten dar, an denen der Strom negative Preise erzielen würde bzw. verschenkt wird.
 

Ich möchte noch etwas zu den Energiespeicherungsmöglichkeiten sagen.

Es gibt verschiedenste Möglichkeiten Energie zu speichern doch es gibt kein physikalisches Prinzip zur Stromspeicherung größerer Energiemengen zu bezahlbaren Kosten. Hier muss man einfach die Physik akzeptieren.

 

Eine Möglichkeit elektrische Energie zu speichern sind Pumpspeicher

 

 

In Deutschland gibt es 36 Pumpspeicherwerke mit einer Gesamtleistung von 6,6 GW (1 Million kW) und einer theoretischen Energiespeicherung von 37,7 GWh) d.h. dass die Speicher – falls sie alle vollständig gefüllt wären – hätten nach 5,7 Stunden ihre Energie abgegeben. Bei einem mittleren Bedarf von 50 GW (maximal aber 70 GW) bräuchte man mindestens 300 zusätzliche Pumpspeicherwerke um den Gesamtleistungsbedarf, dann aber wiederum nur für 6 Stunden zu befriedigen. Dazu fehlen aber in Deutschland einfach die topografischen Möglichkeiten.
Um Deutschland 14 Tage lang mit Strom zu versorgen, müsste man ein Pumpspeicherwerk so groß wie der Starnberger See auf der Höhe der Zugspitze haben.
In diesem Zusammenhang kommt dann immer der Mythos der norwegischen Wasserkraftwerke zur Sprache. Dabei soll der in der Nordsee durch Windkraft erzeugte Strom in den norwegischen Wasserkraftwerken gespeichert werden und bei Bedarf dann nach Deutschland transportiert und verbraucht werden.
Die meisten der norwegischen Wasserkraftwerke sind aber keine Pumpspeicherkraftwerke sondern werden aus Speicherseen betrieben und müssten aufwendig umgebaut werden. Außerdem werden ja die Speicherkraftwerke für die norwegische Versorgung benötigt und stehen sicher derzeit nicht ungenutzt herum. Auch ist der Transport dieser gewaltigen Leistungen ein großes und sehr teures Problem. 
Auch die Nutzung dieser Speicherkraftwerke als virtuelle Speicher, bei denen die norwegische Bevölkerung den Strom aus den WKAs in der Nordsee verbraucht und nicht den Strom aus den Speicherseen und Deutschland dann den Strom aus den Speicherseen verbraucht wenn der Wind mal nicht weht ist unsinnig, da dann die norwegische Bevölkerung ja keinen Strom hätte bei Windstille.

 

Eine weitere Möglichkeit der Speicherung von elektrischer Energie ist das Power to Gas Verfahren

 

Quelle: Prof. Alt FH Aachen

Hierbei wird Windstrom zur Elektrolyse von Wasser verwendet. Der so entstandene Wasserstoff wird zu Methan verwandelt. Dieser sehr verlustbehaftete Prozess wird die ursprünglichen 100 kWh zu 50 kWh reduzieren und etwa 5 Euro kosten, sodass die ursprünglichen 100 kWh zu 15 Euro nun nur mehr 50 kWh, 20 Euro kosten würden. Die anschließende Verbrennung des Methans in einem GuD Kraftwerk und die Erzeugung von dann nur mehr 25 kWh wird nochmals etwa 5 Euro kosten und dann zu einem Preis von 25 Euro, also 1 Euro pro kWh führen.

Oftmals wird auch die Speicherung von elektrischer Energie mit Hilfe von Wasserstoff genannt. 

 

Die Speicherung von elektrischer Energie in Batterien ist wohl die am wenigsten Erfolg versprechende Methode, da die Energiedichte der derzeitigen Akkumulatoren noch viel zu gering ist. Ein Tank in einem Kraftfahrzeug, welcher mit 75 Litern Benzin gefüllt ist, hat einen Energieinhalt von 800 kWh. Die Batterie des Elektro-Golfs von VW hat dagegen nur einen Energieinhalt von 25 kWh.

Batteriespeicher

Vor einiger Zeit wurde von unserem Wirtschafts- und Energieminister publikumswirksam in Schwerin eine Batterie in Betrieb genommen, die auch den Mythos dieser Energiespeicherung verdeutlicht. Insbesondere zeigt sich hier, dass Medien alles tun um die Fakten zu verschleiern.

 

Sozialer Aspekt

 

 Sehr deutlich zeigt die folgende Grafik den sozialen Aspekt durch das Erneuerbare Energien Gesetz.

 Quelle Prof. Alt FH Aachen

Die grüne Kurve zeigt die stündlich an die Betreiber von Anlagen der erneuerbaren Energien ausgezahlten Mittel.
Die blaue Kurve zeigt, was dieser Strom an der Börse wert wäre.
Die rote Kurve schließlich zeigt die Differenz dieser beiden Kurven und stellt die Mittel dar, die stündlich umverteilt werden, wobei eben auch arme Bevölkerungsschichten reichen Energieerzeugern die Anlagen zahlen. Im Monat Februar waren dies 770 Millionen Euro.
 
 
These:  überall
 
Eine der grundlegenden Forderungen einer neuen Energiepolitik war die Dezentralisierung der Stromversorgung. D.h. dass die Stromerzeugung nahe an den Stromverbrauchern sein soll. Dann braucht man auch keine großen Netze.
Meiner Meinung nach war die Stromversorgung mit unseren derzeitigen Kraftwerksmix keinesfalls zentral, sondern die Kraftwerke - insbesondere die Kernkraftwerke  - waren immer in der Nähe der großen Energieverbraucher.
Bayern: Industrieraum-München -> KKW Isar, Industrieraum Augsburg –> KKW Gundremmingen, Schweinfurt –> KKW Grafenrheinfeld
 
Einen Überblick über das deutsche Stromnetz zeigt die folgende Abbildung.
 
 
 

Bei Betrieb eines Stromnetzes kommt es darauf an, dass in jeder Sekunde diejenige Leistung bereitgestellt werden kann, die alle Verbraucher gerade abnehmen. Das ist genauso wie beim Licht.

Ist die produzierte Leistung zu klein, sinkt die Frequenz im Netz unter die normierten 50,0 Hz ab, ist sie zu hoch, steigt sie an. In beiden Fällen besteht die Gefahr von Notabschaltungen sog. Blackouts.
Aus dem Bild werden auch die Probleme deutlich, die sich ergeben. Es sind in Wirklichkeit  4 Netze, nicht ein Netz. Es muss eine Stabilisierung jedes der einzelnen Netze auf dem jeweiligen Spannungsniveau erfolgen.
Das Höchstspannungsnetz ist ein reines Transportnetz, kein Verteilnetz und kann nicht zur Verteilung verwendet werden.  Wenn es hier zum Bau von HGÜ (Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung) kommen sollte, so erfolgt hier gar kein Netzausbau, sondern der Neubau, eines vom derzeitigen Netz vollständig unabhängigen Netzes. Eine Verteilung auf der HGÜ-Strecke wäre praktisch nicht möglich.

Dies ist ungefähr so, als ob die Bahn zur Entlastung ihres Netzes neue Breitspurtrassen von Norddeutschland nach Süddeutschland bauen würde. Die Güter würden dann in Norddeutschland mit der vorhandenen Eisenbahn eingesammelt, am Kopfbahnhof umgeladen, nach Süddeutschland mit der Breitspurbahn zum dortigen Kopfbahnhof gefahren, dort wieder umgeladen und mit der vorhandenen Eisenbahn in Bayern feinverteilt.

Eine absurde Lösung!

Um den Strom von den Windkraftwerken in Nord- und Ostsee zu den Industriegebieten in Süddeutschland zu bringen sind natürlich Leitungen erforderlich. Die Auslegung dieser Leitungen und aller Regelstationen sind abhängig von der auf diesen Leitungen übertragenen Leistungen. Maximal müssen sie die Nennleistungen übertragen können. Tatsächlich übertragen wird aber nur zu den aller meisten Zeiten eine viel kleinere Leistung. Es ist also praktisch so, dass man eine sechsspurige Autobahn baut, auf der die meiste Zeit des Jahres der Verkehr einer Gemeindestraße herrscht.
Jedes Drehstromnetz überträgt nicht nur Wirkleistung (das ist das, was der Kunde eigentlich haben will), sondern auch Blindleistung. Je länger die Kabel, um so größer die erforderliche Kompensation. Diese Kompensation haben bisher die konventionellen Kraftwerke übernommen.

Mit jedem Meter Leitungslänge steigen die Verluste. Je größer die zu transportierende Leistung ist, um so mehr steigen die Kosten und um so höher wird deshalb die Spannung gewählt. Jedes mal, wenn die Spannungsebene geändert werden muss, ist eine Transformation mit zusätzlichen Verlusten nötig.

Ist einmal ein Sturm in der Nordsee mit Windstärke 7, bei denen die Windkraftwerke dann ihre Nennleistung erbringen, dann sind die Leitungen richtig dimensioniert.

Wenn der Sturm dann stärker wird, müssen die Windkraftanlagen aber schlagartig abgestellt werden, weil sie sonst auseinander fliegen. Dann fällt die übertragene Leistung auf Null. Spätestens dann ist aber auch die Stabilität des Netzes dahin und es verabschiedet sich zu einer flächendeckenden Dunkelheit.

Ein weiteres Problem beim Netzausbau ist die Tatsache, dass die vielen Anlagen der erneuerbaren Energien im Verteilnetz einspeisen, welches dafür überhaupt nicht ausgelegt ist. Die Einspeisung verursacht bidirektionale Lastflüsse bis in das Höchstspannungsverteilnetz.
Alle reden von den Höchstspannungsnetzen also den Übertragungsnetzen, dabei ist der Ausbau des Verteilnetzes eigentlich das dominierende Problem. Auch die Fachleute schweigen meist zu diesem Thema wohl deshalb, weil sie sowieso mit dem Scheitern dieses Projektes rechnen.

 
Die Stabilisierung der Netzfrequenz ist also das dominante Problem der Netze.
Das folgende Bild zeigt die Anzahl der Eingriffe des Netzbetreibers TenneT zur Stabilisierung des Netzes seit 2003. Bei den anderen Netzbetreibern Amprion, EnBW_TNG und 50 Hz_Transmission ergeben sich ähnliche Werte, sodass es im gesamten Netzbereich auf über 3000 Eingriffe pro Jahr kommt.   
 
2012         344                970
2013         356 1             1009 
2014          361                977
 
 
Noch ein weiteres schwerwiegendes Problem besteht bei der Stabilisierung des Netzes
Es handelt sich bei unserem Stromnetz ja nicht um ein nationales Netz, sondern um ein europäisches Netz. Viele unserer Nachbarn stöhnen unter dem
Strommüll, der zu manchen Zeiten anfällt, wenn einmal richtig viel Strom aus sog. Erneuerbare Energien produziert wird. Einige Länder z.B. Polen und Tschechien haben damit begonnen durch technische Maßnahmen (sog. Phasenschieber) den ungeregelten Zufluss auf ihr Gebiet zu unterbinden. Wenn viele unsere Nachbarn das demnächst machen werden, muss man zum Erhalt der Stabilität des Netzes die Windräder in Deutschland abschalten.
Für die Betreiber ist das kein Problem; sie bekommen nach §12 EEG den
nicht produzierten Strom trotzdem bezahlt. Der Verbraucher aber wird sich rasant steigenden Strompreisen gegenüber sehen, da er diesen nicht erzeugten und nicht verbrauchten Strom ebenfalls bezahlen muss.
Wie dramatisch die Situation inzwischen ist, zeigt ein Artikel in der Westfälischen Rundschau.
 
Wie der Netzausbau bis zum Jahr 2022 erfolgen soll zeigt der Netzentwicklungsplan von 2014
 
 
 
Viele der neu zu bauenden Trassen sind überaus umstritten. Insbesondere die Trasse 5 nach Meitingen (ganz in der Nähe von Gundremmingen Block B und C) ruft den Widerstand der Bevölkerung hervor. Interessanterweise enden die meisten HGÜ Leitungen in Baden-Württemberg oder Bayern an den derzeitigen Standorten der Kernkraftwerke. Hier erfolgt eine unverantwortliche Zentralisierung der bis dahin sehr dezentralen Stromversorgung.
Der Ausbau erfolgt im wesentlichen im dem Höchstspannungsnetz. Die HGÜ erfolgt über 400 kV um die Übertragungsverluste gering zu halten.
 
Irgendwie scheint die Politik und die Väter der Energiewende das Wort dezentral nicht richtig verstanden zu haben, wenn sie jetzt Windparks in Nord- und Ostsee bauen, also außerhalb unseres Industrieraumes und den Strom durch ganz Deutschland zu den Industriegebieten im Süden leiten, dann ist das zwar dezentral im Sinne von weitab vom Bedarf aber nicht dezentral im Sinne einer dezentralen Energieversorgung.
 
These: bezahlbar
 
Vorgaben der Energiewende zum Preis gibt es nicht, doch sollte man sich einmal die Versprechungen zur EEG-Umlage in Erinnerung rufen, die allesamt nicht gehalten wurden. Der ehemalige Umweltminister Trittin hat einmal gesagt, dass die Kosten der Energiewende im Monat nicht mehr als eine Kugel Eis kosten würden.
 
In Deutschland können inzwischen 600 000 Haushalte ihren Strom nicht mehr bezahlen. Das sind sicherlich nicht die Haushalte, die eine PV-Anlage auf dem Dach haben oder an einem Windpark (außer vielleicht einige PROKON-Anleger) beteiligt sind. Nach Dänemark haben wir in Deutschland die höchsten Strompreise in Europa. Finnland und Frankreich, die beiden Kernenergienationen, bezahlen nur 60% bzw. 50% davon. In den USA ist der Strompreis inzwischen nur 1/3 des deutschen Strompreises. Dieser hohe Preis ist im Wesentlichen durch die hohen Abgaben von EEG-Umlage, Ökosteuer, Stromsteuer und Mehrwertsteuer bedingt.
 
 
 
 
 
 
 
Ich will Ihnen nur kurz einmal zeigen, wie und wodurch sich die durchschnittliche Strompreis eines Drei-Personen-Haushalts geändert hat.
 


 
Während die Erzeugungs- und Verteilungskosten um insgesamt 12 % in 15 Jahren gestiegen sind, in den letzten Jahren aber fast konstant geblieben sind, haben sich die Steuern, Abgaben und Umlagen um fast 243% erhöht und damit sind diese Kosten 20 mal so schnell gestiegen wie die Erzeugungs- und Verteilungskosten. Hier zeigen sich die wahren Verursacher der Preisexplosion!
 
Die derzeitigen (2016) Stromerzeugungskosten sind in etwa
 
Windkraftanlagen Offshore 19 Ct. kWh
Windkraftanlagen Onshore:  9 Ct. kWh
Solarstromanlagen: 14 Ct. kWh
Biogasanlagen: 14 Ct. kWh
Elektroyseanlagen: 2,00 EUR kWh
(Wasserstoff)  
Braunkohleanlagen: 3,5 Ct. kWh
Steinkohleanlagen: 6,5 Ct. kWh
 
Die Kosten für Kernenergiestrom liegen auch bei etwa 3-4 Ct/kWh
Vielleicht noch kurz ein Wort zu dem Mythos, dass die Preise an der Strombörse in Leipzig deutlich gesunken sind und nur die "gierigen" EVU's geben diesen Preisreduktion nicht an die Verbraucher weiter.
 
An der Strombörse in Leipzig werden erst einmal nur ca. 30 % des gesamten Stromes gehandelt; der Rest sind langfristige Lieferverträge zwischen internationalen Energieversorgungsunternehmen. Vorwiegend ist es Strom aus erneuerbaren Energien, der am Spotmarkt der Strombörse gehandelt wird.
Der Preis an der Strombörse schwankt gewaltig. Der Preis schwankt täglich zwischen 75 €/GWh in Zeiten hohen Verbrauchs bei geringer Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien und manchmal sogar negativen Preisen, wenn ein Überangebot an Strom aus erneuerbaren Energien bei gleichzeitig geringer Last besteht. Hier, von einen Mittelpreis auszugehen ist schlichtweg irreführend. Vor allem hat dieser Mittelpreis nur sehr wenig mit den Verbraucherpreisen zu tun.
Weiterhin gibt es verschiedene Preise für Strom an der Strombörse. Da ist einmal der Preis am Spotmarkt für kurzfristige Verträge und die vielen unterschiedlichen Preise am Terminmarkt für längerfristige Verträge. Außerdem ist die Preisgestaltung für Strom sehr kompliziert - er wird nach dem sog. Merit-Order Prinzip gebildet - und ist ein sogenannter Market Clearing Price. Ersparen Sie mir dies zu erklären. Wenn also jemand behauptet, dass die Strompreise in Deutschland nur deswegen so hoch sind, weil die Erzeugungspreise von erneuerbarer Energie nicht weitergegeben werden, hat er von wirtschaftlichen Zusammenhängen keine Ahnung.
 
Die wirtschaftliche Situation der Energieversorger in Deutschland sieht inzwischen düster aus.
 
EnBW nahm 2014 eine Abschreibung von 1,2 Milliarden Euro vor und bildeten eine Verlustrückstellung von 300 Millionen Euro.
RWE gab für 2013 einen Rekordverlust von 2,8 Milliarden Euro bekannt.
Eon verdient zwar noch etwas Geld, 2013 ging der Gewinn allerdings schon um 14 Prozent zurück, für 2014 erwartet man ein abermaliges Schrumpfen.
Vattenfall hat die Bundesregierung vor einem amerikanischen Schiedsgericht auf 4,7 Milliarden Euro Schadenersatz wegen des Atomausstiegs verklagt.
 Nahezu alle konventionellen Kraftwerke in Deutschland erwirtschaften Verluste, weil sie nur noch als Lückenspringer ans Netz dürfen wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht. EnBW möchte deshalb fünf seiner Kraftwerke stilllegen, darf es aber nicht, weil die Bundesnetzagentur die Anlagen als „systemrelevant“ einstuft, um die Unzuverlässigkeit des Ökostroms ausbalancieren zu können. Die EVUs werden also vom Staat zum Verlust machen gezwungen.

Wie die wirklichen Strompreises an der Strombörse in Leipzig sind, zeigen die folgenden Bilder.
  
 
Meist wird dieses Diagramm erst ab Mitte 2008 gezeigt, um den stetigen Abfall des Börsenstrompreises zu suggerieren.
Es handelt sich also hier nicht um Strompreise, die derzeit gezahlt werden, sondern um die Preise die für Strom in einem Jahr bezahlt werden müssen.
 Der Spotmarktpreis an der Strombörse schwankt natürlich sehr stark. Hier einen Mittelwert anzunehmen ist nicht sinnvoll, da für jeden Stundenkontrakt natürlich der jeweils aktuelle Preis bezahlt werden muss. Üblicherweise werden hier Strommengen für den nächsten Tag gehandelt. Die folgende Abbildung zeigt den Spotmarktpreis jeweils als Tages Index.
 
Tagesverlauf des Strompreises am Spotmarkt

Der Peakloadpreis ist der Mittelpreis für die Strompreise zwischen 9 und 20 Uhr; der Baseloadpreis der Mittelpreis für Strompreise zwischen 0 und 24 Uhr.
Das gesamte Volumen an diesem Tag, welches am Spotmarkt gehandelt wurde beträgt 0,173 TWh. Der durchschnittliche Gesamtstromverbrauch in Deutschland beträgt etwa das 10-fache davon.
 
Die Abdeckung eines Großkunden durch unterschiedliche Verträge zeigt die folgende Abbildung. Sie macht auch deutlich, dass nur ein geringer Teil durch die Preise an der Strombörse bestimmt wird. Der größte Teil der Abdeckung erfolgt durch direkte Verträge zwischen den Erzeugern und den EVUs deren Preise man gar nicht kennt.
Ein weiterer Mythos warum die Strompreise so hoch sind, wird immer wieder angebracht, obwohl er sich bei näheren Hinsehen als absolut falsch erweist:
Mythos: "Die Strompreise sind deshalb so hoch, weil so viele Industriebetriebe von der EEG-Umlage befreit sind."
Der BdEW hat dieses Argument einmal untersucht und festgestellt
:

 
Aus diesen Angaben geht hervor, dass die Strompreise für die Haushalte bei der Rücknahme der 2013 erfolgten Ausweitung der Befreiung um 0,3 ct/kWh sinken würden, bei vollständiger Streichung der Befreiung um 1,36 ct/kWh. Dann würden wir aber in Deutschland keine Elektrostahl-, Aluminium -, Kupfer- und Chemieindustrie mehr haben.
 
Auch werden immer wieder die geringeren Strompreise der Industrie gegenüber den Haushalten als Grund für die hohen Haushaltsstrompreise angegeben. Dabei wird aber total ignoriert, dass die stromintensive Industrie Strom auf einem ganz anderen Niveau (60-110kV) verbraucht für den die gesamte, sehr schwierige Regelung wie auf Haushaltsstromniveau nicht nötig ist.
 
Der Kernenergie wird immer vorgeworfen, dass sie gewaltige Subventionen erhalten hat und daher der Preis für Strom aus Kernenergie eigentlich viel höher sein müsste. Der Bundesrechnungshof hat in einem nicht veröffentlichten  Gutachten die Kosten der Energiewende sehr kritisch unter die Lupe genommen. Darin heißt es:
 
2014-03-14 Bundesrechnungshof-Gutachten zur Energiewende
 
Nach Angaben des Bundesrechnungshofes war das Finanzministerium nicht in der Lage, eine zusammenfassende Aufstellung der Kosten der Energiewende vorzulegen. Die Prüfer wurden an die einzelnen Ministerien verwiesen. Bei der Recherche kam heraus, daß 2011 rund 1,9 Milliarden Euro Ausgaben anfielen und 2012 rund 1,97 Milliarden. Auch über die Einnahmen im Zusammenhang mit der Energiewende hat die Bundesregierung offenbar keine Kenntnisse. Zu Steuereinnahmen nach dem Energie- und Stromsteuergesetz sowie zu Umsatzsteuereinnahmen auf energiebezogene Umsätze habe das Finanzministerium keine Angaben machen können. Fragen nach Mindereinnahmen für den Bundeshaushalt und nach Steuersubventionen für die Energiewende konnten vom Ministerium nicht beantwortet werden.
Bei Durchsicht des offiziellen Subventionsberichts der Bundesregierung kam der Rechnungshof auf Subventionen für die Energiewende im Umfang von neun Milliarden Euro, so daß sich die direkten Haushaltsauswirkungen für die Energiewende auf etwa elf Milliarden Euro belaufen. Allerdings bezweifelt der Rechnungshof die Richtigkeit der gemachten Angaben und auch, daß die Angaben der Regierung zu dem mit der Energiewende beschäftigten Personal korrekt sind. Stichproben hätten ergeben, daß die Ministerien unvollständige Angaben gemacht hätten. Zu den bisher bekannten Beträgen kommen noch die Subventionen für Anlagenbetreiber nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) von rund 21,1 Milliarden Euro 2012 sowie Förderprogramme der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau von zuletzt 22,6 Milliarden hinzu. Wie hoch weitere Umlagen wie das Netzentgelt und die Offshore-Haftungsumlage sein könnten, habe das Wirtschaftsministerium nicht angeben können, bemängeln die Prüfer.
 
Die Kosten für die Energiewende belaufen sich demnach auf rund 50 Milliarden EURO pro Jahr. Wenn man nun - wie in dem Greenpeace-Gutachten unsinnigerweise erfolgt - die Kosten auch noch "inflationsbereinigt", kann man leicht auf eine Zahl kommen, die die gesamten sog. Subventionen in die Kernenergie in 50 Jahren in wenigen Jahren erreicht.
 
Wie ich ihnen gezeigt habe, sind viele der Vorgaben der Energiewende nur sehr schwer und in ferner Zukunft zu erfüllen. Auch erfordern sie ein hohes Maß an Innovationen und Erfindungsgeist. Beispiel Stromspeicherung. Eine Vorgabe der Energiewende ist jedoch sehr einfach umzusetzen und erfordert auch wenig Intelligenz. Das ist der Atomausstieg bis 2022. Dazu braucht man nur den Schalter umzulegen und das Kraftwerk ist vom Netz. Doch auch der Ausstieg hat natürlich Konsequenzen, auch wenn das viele Menschen nicht wahr haben wollen.  
 
Diese Konsequenzen sind unter anderem:
 
Wissenschaftlich-technisch
Wenn ein Industriezweig aufgegeben wird, besteht natürlich auch keine Notwendigkeit mehr diesbezügliche groß Sicherheitsforschung zu betreiben. 
Welcher Betreiber wird seine Anlagen denn noch mit der neuesten Sicherheitstechnik nachrüsten, wenn er die Anlage bald schließen muss? Die Anlage ist ja genehmigt!
Auf der ganzen Welt wird intensiv daran geforscht neue sichere Reaktoren zu entwickeln. Deutschland hat sich hier vollständig isoliert. Die gesamte Wertschöpfung in der Zukunft liegt dann in anderen Ländern.
Extremer Personal- und Knowhow-Verlust. Viele tausend hochqualifizierte Mitarbeiter der Kerntechnik, haben Ihren Job verloren, wurden frühzeitig in Rente geschickt wurden (20% Rentenabschlag) oder aber gingen ins Ausland und mit  ihnen ein gigantisches Knowhow.
Deutschland ist ein Hochtechnologieland, welches vom Geist seiner Bürger lebt. Die Kernenergie war da ein Gebiet, welches nur von wenigen anderen Ländern bearbeitet werden konnte. Dieses Gebiet zugunsten von Technologien aufzugeben, welche besser in Schwellenländern gemacht werden können, ist m.E. nach fahrlässig. Und da hilft es auch nicht, Strafzölle auf PV-Anlagen einzuführen.
Ökonomisch
Stromkosten steigen deutlich: Wie die Stromkosten explodieren brauche ich nicht zu erwähnen, dass merken Sie sicher selbst an Ihrer Stromrechnung. Allein das Moratorium der 7 abgeschalteten Kernkraftwerke führt zu einem volkswirtschaftlichen Verlust von ca. 7 Millionen Euro pro Tag oder 2,5 Milliarden Euro pro Jahr wie Prof Alt von der FH Aachen errechnete.
Stromexport/import
Unsere Außenhandelsbilanz für Strom – nicht die mengenmäßige sondern die geldwerte - hat sich dramatisch geändert. Während wir früher wertvollen Grundlaststrom zu guten Preisen ins Ausland verkauft haben, wird heute fast nur mehr überschüssiger Windstrom ins Ausland verkauft, den keiner braucht und zu Preisen, die teilweise negativ sind.
Umweltpolitisch
Seit dem Moratorium kommt es trotz Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien zu einem Anstieg der CO2 Emissionen, was nicht verwunderlich ist, da der von den Kernkraftwerken erzeugte Strom von alten, wieder in Betrieb genommenen Kohlekraftwerken erzeugt  werden muss. 2011 wurde 3,3 % mehr Braunkohle verbrannt als 2010.
Das Risiko durch einen Unfall in einem Kernkraftwerk zu Schaden zu kommen hat sich in Deutschland praktisch nicht geändert. Dazu hätte man alle Kernkraftwerke abschalten müssen und dann wäre noch das Risiko aus den Kernkraftwerken der Nachbarländer geblieben.
Politisch
•  Deutschland ist in den internationalen Gremien der Kernenergie (IAEO, EURATOM, OECD-NEA) praktisch nicht mehr vertreten. Und wenn ein deutscher Vertreter sich einmal zu einen Thema der Kernenergie äußert, erhält er oft die Antwort: Ihr steigt ja sowieso aus. Als eine Expertenkommission der IAEO zur Untersuchung des Unfalls in Fukushima gebildet wurde, war kein einziger Deutscher gefragt worden, obwohl gerade in Deutschland große Erfahrungen hinsichtlich von Siedewasserreaktoren vorhanden ist. Mitarbeiter aus Frankreich und Finnland, die kein einzigen Siedewasserreaktor haben, waren dagegen gut vertreten. Niemand solle glauben, die Zukunft der Kernenergie wird in Berlin entschieden. Sie kann nur international entschieden werden und da steht Deutschland ganz abseits.
 
Als Demokrat muss man natürlich die Mehrheitsmeinung akzeptieren. Ich muss sie aber nicht teilen. Meiner Meinung nach ist der Ausstieg aus der Kernenergie unüberlegt und übereiltIch bin der festen Überzeugung, dass sie revidiert wird, wenn unser Wohlstand verbraucht sein wird.

Zusammenfasend lässt sich sagen: Mit den Vorgaben der Bundesregierung ist die Energiewende

.............. ökologisch nutzlos

  • deutlicher Anstieg der CO2 Emissionen
  • paralleler konventioneller Kraftwerkspark erforderlich
............. ökonomisch verantwortungslos
  • Kosten 40 Mrd. pro Jahr (nach Bundesrechnungshof in einem nicht veröffentlichten Gutachten)
  • führt zur Deindustrialisierung Deutschlands
  • fördert die Planwirtschaft

............ sozial bedenklich

  •   Umverteilung von arm nach reich

............ ethisch verwerflich

  • Nutzung von Lebensmitteln zur Stromerzeugung
  • planmäßige Verbreitung von Fehlinformationen 
  • fördert die Lügenkultur

............ physikalisch-technisch nicht durchführbar

  •  Stromversorgung nicht gesichert

 

 

Relevante Links

http://www.eike-klima-energie.eu/uploads/media/Energiepolitisches_Manifest_5-02-2014.pdf

  

 

 
 
 
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